Alu, Stahl, Glas, Bemassung, Beton, Dichtung: In einer Metallbau-Zeichnung stecken oft weit über 50 Layer. Jeder mit eigener Farbe, Linientyp, Linienstärke. Je grösser das Projekt, desto unübersichtlicher wird die Zeichnung. Der Layerstatus hilft Ihnen dabei, Ordnung zu halten.
In diesem Beitrag zeigen wir, was Sie damit alles steuern können – und wie Sie mit einem Klick zwischen verschiedenen Layerstatus wechseln.
Was gehört zum Layerstatus?
Jeder Layer besitzt mehrere Eigenschaften. Diese können Sie einzeln oder gemeinsam ändern:
- Ein / Aus: Blendet einen Layer sichtbar oder unsichtbar. Ausgeblendete Objekte werden aber weiterhin mitberechnet (z.B. bei REGEN).
- Frieren / Tauen: Ähnlich wie Ein/Aus, aber konsequenter. Gefrorene Layer werden nicht mitgeladen und nicht neu berechnet. Das spart Rechenleistung, gerade bei grossen Baugruppen mit vielen Blöcken und Schraffuren.
- Farbe: Für die schnelle visuelle Unterscheidung, z.B. Alu in Gelb, Stahl in Cyan.
- Linientyp: Continuous, Strichpunkt, Verdeckt – nützlich, um zum Beispiel verdeckte Kanten hinter einer Blende darzustellen.
- Linienstärke: Damit Stahlprofile im Plan kräftiger erscheinen als Bemassungslinien.
- Transparenz: Praktisch, wenn ein Bauteil ein anderes überlagert, z.B. eine Glasscheibe vor der Unterkonstruktion.
- Plotstil: Steuert, wie ein Layer beim Drucken aussieht – unabhängig von der Bildschirmdarstellung.
- Plotbar: Legt fest, ob ein Layer überhaupt gedruckt wird. Hilfslinien oder Konstruktionslayer lassen sich so ausblenden, ohne sie zu löschen.
- Verhalten in neuen Ansichtsfenstern: Bestimmt, ob ein Layer in neu erstellten Ansichtsfenstern automatisch gefroren wird oder nicht.
Jede dieser Eigenschaften für sich ist nützlich. Der grosse Nutzen entsteht aber erst, wenn Sie mehrere Layer gleichzeitig steuern.
Der grösste Nutzen: Layer gruppiert ein- und ausblenden
Bei komplexen Zeichnungen wollen Sie oft schnell zwischen verschiedenen Ansichten wechseln. Ein Beispiel:
- Standard: Alle Layer sind sichtbar und aufgetaut. Damit springen Sie mit einem Klick wieder zur vollständigen Ansicht zurück, egal was Sie zwischendurch ein- oder ausgeblendet haben.
- Rohansicht: Alle Objektlayer sind eingeschaltet – Stahl, Alu, Beton, Glas und so weiter. Alle Beschriftungen (Text, Bemassung, Schnittlinien) sind eingefroren.
- Ohne Schraffuren: Wie die Rohansicht, aber die Schraffurlayer sind gefroren. Im PFICAD stehen dafür die Layer mit der Endung «6», z.B. Stahl6, Alu6 oder Glas6 – praktisch für eine aufgeräumte Kontrollansicht oder wenn viele Schraffuren die Zeichnung verlangsamen.
Ohne Hilfsmittel müssten Sie dafür jedes Mal einzelne Layer von Hand ein- und ausschalten. Bei vielen Layern eine mühsame und fehleranfällige Arbeit.
Genau hier hilft Ihnen der Layerstatus-Manager. Damit speichern Sie eine ganze Kombination von Layer-Einstellungen unter einem Namen. Mit einem Klick stellen Sie diesen Zustand später wieder her – alle betroffenen Layer springen gleichzeitig in die gespeicherte Konfiguration.
Tipp: Legen Sie den «Standard»-Status als Erstes an, bevor Sie mit dem Anpassen der übrigen Layerstatus beginnen. So haben Sie von Anfang an einen fixen Ausgangspunkt, zu dem Sie jederzeit zurückkehren können.

Layerstatus-Manager BricsCAD

Layerstatus-Manager AutoCAD
So legen Sie einen Layerstatus an
- Stellen Sie die gewünschten Layer so ein, wie Sie sie später sehen möchten (z.B. Glas und Dichtung frieren, Stahl und Alu einschalten).
- Öffnen Sie den Layerstatus-Manager (Befehl LAYERSTATUS).
- Klicken Sie auf Neu (1) und vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen, z.B. «Rohansicht» oder «Ohne Schraffur».
Für jede weitere Ansicht wiederholen Sie diese Schritte mit den passenden Einstellungen.
So bearbeiten Sie einen Layerstatus
- Öffnen Sie den Layerstatus-Manager.
- Wählen Sie den zu bearbeitenden Layerstatus aus.
- Klicken Sie auf Bearbeiten (2).
- Im neuen Fenster können Sie die Einstellungen der Layer bearbeiten.

Layerstatus bearbeiten BricsCAD

Layerstatus bearbeiten AutoCAD
Sollte ein Layer nicht in der Liste sein, können Sie diesen mit dem Plus-Icon (5) hinzufügen. Ebenso können Sie Layer mit dem X-Icon (6) entfernen.
Hinweis: Alternativ können Sie die Layereinstellungen im Layer-Manager vornehmen und im Layerstatus-Manager auf Überschreiben (3) oder Aktualisieren (3) drücken. Dann werden die aktuellen Einstellungen aus der Zeichnung gespeichert.
Tipp: Speichern Sie Ihre Layerstatus in der Vorlagenzeichnung. So stehen sie in jeder neuen Zeichnung automatisch zur Verfügung, ohne dass Sie sie jedes Mal neu anlegen müssen.
So wechseln Sie zwischen den Ansichten
- Öffnen Sie den Layerstatus-Manager.
- Wählen Sie den gewünschten Zustand aus der Liste.
- Klicken Sie auf Wiederherstellen (4).
Was passiert mit neuen Layern?
Neue Layer gehören nicht automatisch zu einem bestehenden Layerzustand. Sie werden beim Wiederherstellen des Zustands automatisch gefroren.
Nicht nur Frieren und Tauen
In diesem Beitrag haben wir uns auf Frieren und Tauen konzentriert, weil das im Metallbau-Alltag der grösste Hebel ist. Ein Layerstatus kann aber genauso gut die übrigen Eigenschaften vom Anfang dieses Beitrags mitspeichern. Auch damit lassen sich eigene Ansichten aufbauen, z.B. für eine Kontrollansicht mit auffälligen Farben für einzelne Materialien oder eine Ansicht mit verschiedener Transparenz.
Weitere Quellen:
