Die korrekte Darstellung von Linientypen (gestrichelt, Strich-Punkt usw.) hängt in AutoCAD und BricsCAD von mehreren Systemvariablen ab, die sich gegenseitig multiplizieren. Das führt häufig zu Verwirrung: Linien, die im Modellbereich korrekt aussehen, erscheinen im Paperbereich als Volllinien — oder umgekehrt. Dazu kommen Unterschiede zwischen dem Drucken aus dem Modelspace und aus Layouts mit Viewports.
Die folgende Übersicht erklärt alle relevanten Variablen und ihr Zusammenspiel.
Die Variablen im Überblick
LTSCALE: Globaler Linientypfaktor
CELTSCALE: Standard Linientypfaktor für neu erstellte Objekte
PSLTSCALE: steuert ob im Papierbereich der Linientypfaktor mit dem Ansichtsfenster-Massstab skaliert wird
MSLTSCALE: steuert ob im Modellbereich der Linientypfaktor mit dem aktuellen Bemassungs-Massstab skaliert wird
Die effektive Skalierung ist jeweils die Kombination der verschiedenen Werte.
Wichtig: Damit Änderungen an den Werten sichtbar werden, muss die Zeichnung eventuell regeneriert werden. Dabei ist zu beachten, dass der Befehl REGEN teilweise nicht ausreicht. Damit die Darstellung zuverlässig aktualisiert wird, muss der Befehl REGENALL verwendet werden.
1. LTSCALE — Globaler Skalierfaktor
Die Strichlängen in Linientypendefinitionen sind in Zeichnungseinheiten angegeben. LTSCALE steuert den globalen Linientypmassstab für die gesamte Zeichnung — eine Änderung wirkt sich auf alle Objekte aus.
Standardwert: 1
Wirkt auf alle Objekte im Modellbereich und Papierbereich (Layouts)
2. CELTSCALE — Objektindividueller Skalierfaktor (Current Entity)
CELTSCALE ist der Linientypmassstab, der neuen Objekten beim Zeichnen zugewiesen wird. Er multipliziert sich für die Darstellung mit LTSCALE.
Standardwert: 1
Kann auch im Eigenschaften-Dialog pro Objekt nachträglich geändert werden
Empfehlung: Systemvariable auf 1 belassen, individuelle Anpassungen über Objekteigenschaften
3. PSLTSCALE — Skalierfaktor im Papierbereich
PSLTSCALE ist ein Schalter (0/1), der pro Layout eingestellt werden kann. Bei AUS (0) wird kein zusätzlicher Skalierungsfaktor im Papierbereich angewendet.
0 (OFF): Linien sehen im Ansichtsfenster genauso aus wie im Modellbereich
1 (ON): Linientypmassstab wird an den Ansichtsfenster-Massstab angepasst
Wenn PSLTSCALE auf 0 gesetzt ist, beeinflusst der Ansichtsfenster-Massstab die Linientypskalierung der Modellbereich-Geometrie nicht. Bei mehreren Viewports mit unterschiedlichen Massstäben auf einem Layout führt PSLTSCALE=0 jedoch zu inkonsistenter Darstellung der Linientypskalierungen zwischen den Viewports.
Der Standardwert ist 1 (ON). Die Variable kann pro Layout separat gesetzt werden.
4. MSLTSCALE — Modellbereich Linientypen-Skalierung (Bild 3)
MSLTSCALE steuert, ob Linientypen im Modellbereich mit dem aktuellen Bemassungs-Massstab (CANNOSCALE) skaliert werden.
0 (OFF): Bemassungs-Massstab hat keinen Einfluss auf Linientypen
1 (ON): Linientypen werden mit Bemassungs-Massstab (CANNOSCALE) multipliziert
MSLTSCALE sollte in der Regel auf OFF gesetzt werden.

Mit MSLTSCALE kann die Darstellung der Linientyp-Skalierung im Modellbereich beeinflusst werden. Ist die Einstellung aktiv, wird der Linientyp mit dem aktuellen Bemassungs-Massstab skaliert.
5. CANNOSCALE — Aktueller Bemassungs-Massstab
Kein direkter Linientyp-Skalierer, aber wenn MSLTSCALE eingeschaltet ist, wird der aktuelle Bemassungs-Massstab (CANNOSCALE) auf Linientypen im Modelspace angewendet. Wer CANNOSCALE auf 1:100 gesetzt hat und mit MSLTSCALE=1 arbeitet, hat effektiv LTSCALE × 100 im Modellbereich.
Überblick
| Variable | Bereich (pro Zeichnung) | Standard | Werte |
|---|---|---|---|
LTSCALE |
alle Objekte | 1 | beliebig ≠ 0 |
CELTSCALE |
Neue Objekte | 1 | beliebig ≠ 0 |
PSLTSCALE |
Pro Layout-Tab | 1 | 0 (AUS) / 1 (EIN) |
MSLTSCALE |
Modellbereich | 0 | 0 (AUS) / 1 (EIN) |
CANNOSCALE |
Modellbereich | 1:1 | Massstab gemäss Liste |


